Wie du durch eine umkrempelnde Sichtweise deinen Opfer-Stress abbaust

Bei vielen Ereignissen in unserem Leben sehen wir uns als getrieben, als gesteuert und/oder als weisungsgebunden an. Der Arbeitstag verlangt etwas von dir, die Familie braucht dich, und deine eigenen Vorhaben warten auch noch. Ein Perspektivwechsel kann helfen, deine tatsächlichen Wahlmöglichkeiten wiederzuerkennen:

Was übernehme ich bewusst, was kann ich verändern, und wo brauche ich Entlastung?

Hier findest du eine kleine Übung und einen Online-Helfer dafür.

Sichtweise umkrempeln – Opfer-Stress abbauen (Symbolbild)

Inhalt:

Kurz zusammengefasst

  • Spielraum erkennen. Prüfe bei einer belastenden Verpflichtung, was tatsächlich feststeht und was du beeinflussen kannst. Auch Zeitpunkt, Umfang und Unterstützung können verhandelbar sein.
  • Ehrlich umformulieren. Aus „Ich muss …“ kann „Ich entscheide mich …, weil …“ werden. Der neue Satz sollte zu deiner Situation passen und sich für dich glaubwürdig anfühlen.
  • Grenzen berücksichtigen. Manche Belastungen und Zwänge lassen sich durch einen anderen Blick nicht auflösen. Dann können Entlastung, Schutz und Unterstützung wichtiger sein als eine neue Formulierung.
  • Klein anfangen. Wähle eine überschaubare Alltagssituation und einen machbaren nächsten Schritt. Wenn die Übung zusätzlichen Druck erzeugt, darfst du sie verändern oder beenden.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Wenn du dich nur noch getrieben fühlst


Manchmal muss man die Betrachtungsweise auf den Kopf stellen.

Vor allem bei Veränderungen äußerer Umstände erleben wir uns leicht als gequetscht in den Mühlrädern der Gesellschaft oder unserer Firma. Eine neue Aufgabe kommt hinzu, ein Plan wird umgeworfen, jemand erwartet eine schnelle Zusage. Vielleicht denkst du: „Wieder muss ich mich nach allen anderen richten.“

Mit „Opfer-Stress“ meinen wir hier das belastende Gefühl, kaum noch mitbestimmen zu können. Der Ausdruck ist eine anschauliche Beschreibung, keine psychologische Diagnose. Er sagt auch nichts darüber aus, ob du tatsächlich Unrecht erlebt hast. Reale Benachteiligung und das Gefühl fehlenden Spielraums verdienen beide Aufmerksamkeit.

Die Betrachtungsweise als Beute in den Fängen der Fügung ist in vielen Fällen nur die halbe Wahrheit. Manchmal übersehen wir Möglichkeiten, weil eine Verpflichtung auf den ersten Blick vollständig vorgegeben erscheint. Ein Gespräch über Prioritäten, eine kleinere Lösung oder eine Bitte um Hilfe kann dann einen Unterschied machen. Manchmal sind die Möglichkeiten aber tatsächlich sehr begrenzt.

Eine nützliche Ausgangsfrage lautet deshalb:

„An welcher Stelle kann ich mitentscheiden?“

Du brauchst dafür keine vollständige Kontrolle über dein Leben. Es genügt, eine konkrete Situation genauer anzusehen.

Was ein Perspektivwechsel verändern kann

Eine Situation lässt sich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. „Ich erledige immer alles“ enthält eine andere Deutung als „Ich habe diese Aufgabe übernommen und möchte ihre Verteilung neu besprechen“. Die zusätzliche Arbeit bleibt zunächst dieselbe. Die zweite Formulierung benennt jedoch einen Ansatzpunkt.

Wie du eine Situation deutest, beeinflusst, wie du dich dabei fühlst. In der Psychologie heißt das bewusste Verändern dieser Deutung kognitive Neubewertung. Du prüfst dabei, ob deine erste Sichtweise die einzig mögliche ist: Bedeutet eine zusätzliche Aufgabe tatsächlich „Alle laden immer alles bei mir ab“? Oder übernimmst du sie aus einem nachvollziehbaren Grund – und möchtest zugleich klarer begrenzen, was du leisten kannst? Die Aufgabe bleibt zunächst dieselbe. Deine Sicht auf sie eröffnet jedoch andere Möglichkeiten, mit ihr umzugehen.

Dass solche Perspektivwechsel emotionale Reaktionen verändern können, zeigt eine Metaanalyse von Webb, Miles und Sheeran aus dem Jahr 2012. Die Forschenden werteten 306 experimentelle Vergleiche verschiedener Strategien zur Emotionsregulation aus. Das Verändern der gedanklichen Bewertung erzielte im Durchschnitt einen kleinen bis mittleren Effekt. Besonders aufschlussreich: Eine neue Deutung der auslösenden Situation und das Einnehmen einer anderen Perspektive waren wirksamer als das Neubewerten der eigenen emotionalen Reaktion. Das Unterdrücken von Gefühlen oder Gedanken an das belastende Ereignis zeigte dagegen im Durchschnitt keinen hilfreichen Effekt. Die Ergebnisse stützen damit einen konkreten Ansatz:

Wenn du deine Gefühle beeinflussen möchtest, lohnt es sich, die Bedeutung zu prüfen, die du dem Ereignis gibst. [1]

Von: "Ich muss ..."

zu

"Ich entscheide mich jetzt ..."

Für deinen Alltag bedeutet das beispielsweise: Aus

  • „Ich muss mich um alles kümmern“

könnte werden:

  • „Mir ist wichtig, dass diese Aufgabe erledigt wird. Ich entscheide jetzt, welchen Teil ich übernehme und wobei ich Unterstützung brauche.“

Damit benennst du deinen Beweggrund und deinen Handlungsspielraum. Entscheidend ist, dass die neue Sichtweise zu deiner tatsächlichen Situation passt und für dich glaubwürdig ist.

Ob eine Neubewertung hilfreich ist, hängt auch davon ab, wie viel du an der Situation verändern kannst. Das untersuchten Troy, Shallcross und Mauss 2013 bei 170 Teilnehmenden. Bei starken, wenig kontrollierbaren Belastungen ging eine höhere Fähigkeit zur Neubewertung mit weniger depressiven Symptomen einher. Bei starken, kontrollierbaren Belastungen zeigte sich der umgekehrte Zusammenhang: Eine höhere Neubewertungsfähigkeit war mit mehr depressiven Symptomen verbunden. Die Untersuchung zeigt Zusammenhänge; sie beweist nicht, dass die Neubewertung diese Unterschiede verursacht hat. Sie liefert aber einen wichtigen Hinweis: Eine hilfreiche Strategie muss zur Situation passen. [2]

Unsere redaktionelle Folgerung daraus

Frage dich zuerst, was du beeinflussen kannst. Einen bereits verpassten Zug kannst du nicht zurückholen. Hier bietet sich eine neue Sichtweise an: „Ich nutze die Wartezeit und prüfe meine nächste Verbindung.“ Wenn du dagegen regelmäßig Aufgaben übernimmst, für die dir Zeit und Kraft fehlen, gehört auch eine Veränderung im Außen dazu: Prioritäten klären, Unterstützung vereinbaren oder eine Grenze setzen.

Nutze den Perspektivwechsel deshalb auch, um deinen nächsten Schritt zu finden. Was lässt sich anders betrachten? Was lässt sich konkret verändern? So wird aus dem pauschalen „Ich muss“ eine genauere Aussage darüber, was dir wichtig ist, welchen Spielraum du hast und wie du ihn nutzen möchtest.

Von Ich muss zu einer ehrlichen Entscheidung

Lass deine innere Stimme einen Perspektivenwechsel vornehmen. Beginne mit einer alltäglichen Verpflichtung, bei der du einen gewissen Spielraum vermutest:

Von „Ich muss …“ zu „Ich entscheide mich, …, weil mir … wichtig ist.“

Prüfe dabei, ob die neue Formulierung deine wirkliche Entscheidung beschreibt.

Ein einfaches, konstruiertes Beispiel: „Ich muss heute noch einkaufen.“ Du könntest genauer sagen: „Ich entscheide mich, heute die wichtigsten Lebensmittel einzukaufen, weil ich morgen einen ruhigen Abend haben möchte.“ Vielleicht bemerkst du dabei, dass ein kurzer Einkauf genügt. Der Großeinkauf kann warten.

Ein weiteres Beispiel: „Ich muss zu dieser Familienfeier.“ Vielleicht möchtest du tatsächlich hingehen, weil dir der Kontakt wichtig ist. Dann passt: „Ich möchte meine Familie sehen und entscheide mich, zwei Stunden zu bleiben.“ Wenn du hingegen nur aus Angst vor Vorwürfen zusagst, verdient diese Angst eine eigene Betrachtung. Ein schöner Satz sollte sie nicht verdecken.

Verpflichtungen können gute Gründe haben und trotzdem anstrengend sein. Du darfst dich für etwas entscheiden und dabei müde, genervt oder traurig bleiben. Die Übung verlangt keine Begeisterung.

Grundgedanke

Eine hilfreiche neue Sichtweise benennt deinen tatsächlichen Spielraum. Sie darf auch zu dem Satz führen: „So möchte ich diese Aufgabe künftig nicht mehr übernehmen.“

Wenn die Wahlmöglichkeiten begrenzt sind

Ein Job, Sorgearbeit oder finanzielle Verpflichtungen lassen sich oft nicht kurzfristig verändern. Auch eine theoretisch vorhandene Alternative kann zu teuer, zu riskant oder gerade nicht zumutbar sein. Dann wäre „Ich habe mir das alles ausgesucht“ eine unfaire Vereinfachung.

Eine ehrlichere Formulierung könnte lauten: „Diese Pflicht besteht gerade. Ich kann aber klären, welche Aufgabe Vorrang hat.“ Oder: „Ich kann die Situation heute nicht ändern. Ich möchte mir dafür Unterstützung holen.“

Die tägliche Erfahrung lehrt: Du bist nicht für alles verantwortlich, was dir widerfährt. Wenn du einen nächsten Schritt findest, übernimmt das nicht nachträglich die Schuld anderer Menschen und macht eine ungerechte Situation auch nicht gerecht. 

Viel mehr hast du deine geistige und emotionale Reaktion auf das, was (dir) geschieht, in der Hand. Und hier setzen wir bei blueprints immer wieder wieder an. Denn diese dich selbstermächtigende Reaktion will gelernt sein. Auch bei der inneren Reaktion ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Deinen Spielraum im Alltag prüfen

Die folgenden Beispiele sind zur Veranschaulichung konstruiert. Sie zeigen, wie unterschiedlich das Ergebnis eines Perspektivwechsels ausfallen kann.

Von einer pauschalen Pflicht zu einem konkreten Spielraum
Bisheriger GedankeEhrlichere SichtweiseMöglicher Schritt
Ich muss noch eine Aufgabe übernehmen. Meine Arbeitszeit ist begrenzt. Ich kann nach der Priorität fragen. Klären, welche andere Aufgabe dafür warten soll.
Ich muss zu Hause alles erledigen. Mir ist unser Zuhause wichtig. Die Aufgaben brauchen eine tragfähige Verteilung. Eine konkrete Aufgabe gemeinsam neu verteilen.
Ich muss das perfekt machen. Ich möchte ein brauchbares Ergebnis. Nicht jeder Teil braucht dieselbe Sorgfalt. Festlegen, woran ein ausreichendes Ergebnis erkennbar ist.

Beachte dabei die tatsächlichen Folgen einer Alternative. Ein Nein kann einen Konflikt auslösen; eine Verschiebung kann andere belasten. Bewusst zu entscheiden heißt auch, diese Folgen abzuwägen und Absprachen ernst zu nehmen. Trotzdem darfst du prüfen, welche Erwartungen veränderbar sind.

Wenn du eine Grenze ausdrücken möchtest, findest du hier Formulierungen und weitere Anregungen:

Beitrag: NEIN sagen lernen – Tipps und die Geschichte von Laura

NEIN sagen lernen – Tipps und die Geschichte von Laura

Nein sagen ist nicht immer leicht, denn manchmal fehlt der Mut, manchmal die passende Erklärung für das Nein oder wir lassen uns schlicht überreden. Wenn dann noch der Glaubenssatz "Mach es allen recht" stark ausgeprägt ist, wird es nicht einfacher, ein "Ja, okay" in ein "Nein, im Moment nicht" zu verwandeln. Aber lese selbst über die Ursachen, die Möglichkeiten und Übungen. Lese hier auch die Geschichte von Laura, die nicht nein sagen konnte und wie sie es endlich lernte.  

Hier weiterlesen: NEIN sagen lernen – Tipps und die Geschichte von Laura

Eine Übung für fünf ruhige Minuten

Wähle eine überschaubare Alltagssituation. Für eine akute Krise oder eine bedrohliche Lage ist diese Übung nicht gedacht. Du kannst die Fragen auf Papier beantworten oder den Helfer im nächsten Abschnitt nutzen.

  1. Halte deinen Satz fest. Schreibe auf, was du gerade denkst tun zu müssen. Bleibe konkret: „Ich muss die Präsentation heute fertigstellen“ ist leichter zu prüfen als „Ich muss immer funktionieren“.
  2. Benenne die Belastung. Was macht daran Druck? Ist es die Menge, die kurze Frist, eine unklare Erwartung oder die Sorge, jemanden zu enttäuschen?
  3. Prüfe deinen Spielraum. Was steht fest? Was könnte verändert werden? Denke auch an Zeitpunkt, Umfang, Aufgabenverteilung, Unterstützung und deine verfügbaren Kräfte.
  4. Formuliere einen ehrlichen neuen Satz. Benenne deine eigenen Gründe oder die Grenze deiner Wahlmöglichkeiten. Lies ihn noch einmal: Stimmt er, oder redest du dir etwas ein?
  5. Wähle einen kleinen nächsten Schritt. Zum Beispiel eine Rückfrage stellen, die Aufgabe verkleinern, Hilfe erbitten oder zunächst eine Pause machen. Es genügt, einen Schritt zu finden, den du dir gerade zutraust.

Ein Beispiel zum Mitdenken

Angenommen, dein Satz lautet: „Ich muss die Präsentation heute Abend fertig machen.“ Die Belastung besteht darin, dass du bereits müde bist und mit einer vollständigen Ausarbeitung rechnest. Die Besprechung am nächsten Morgen steht fest; unklar ist jedoch, wie ausführlich die Unterlagen sein müssen.

Du könntest formulieren: „Ich entscheide mich, heute die drei Kernpunkte vorzubereiten, weil ich morgen eine brauchbare Gesprächsgrundlage haben möchte. Den gewünschten Detailgrad kläre ich.“ Dein nächster Schritt wäre eine kurze Rückfrage. Bleibt sie unbeantwortet, hältst du deine Annahme fest und bereitest eine entsprechend begrenzte Fassung vor.

Vielleicht ergibt die Prüfung stattdessen: Selbst diese reduzierte Aufgabe übersteigt deine Kräfte. Dann ist eine Nachricht, dass du Unterstützung brauchst oder die Frist nicht halten kannst, ein ebenso ernst zu nehmendes Ergebnis.

Online-Helfer für deinen Perspektivwechsel

Der Helfer führt dich durch die Fragen und fasst deine eigenen Antworten zusammen. Er bewertet dich nicht. Deine Eingaben werden durch den Helfer weder übertragen noch dauerhaft gespeichert; bei einem Neuladen der Seite gehen sie verloren.

Wähle die Antwort, die deine Situation am ehesten beschreibt.

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Ein guter Gedanke für deine Woche

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Wende diesen Tipp mit Bedacht an

Auch diese Anregung von blueprints gilt nicht für alle und nicht zu jeder Zeit. Ein Perspektivwechsel verdient seinen Platz neben praktischer Hilfe und Veränderungen der Umstände. Er darf dich nicht dazu bringen, deine Belastung kleinzureden.

Shit happens

Blöde Dinge passieren und andere Menschen handeln auch mal böse. Punkt. Dann kannst du zunächst Trost, Abstand oder Schutz brauchen. Für fremdes Fehlverhalten musst du keine eigene Schuld suchen. Ob du später verzeihen möchtest, ist deine Entscheidung; Verzeihen ist keine Voraussetzung für einen nächsten Schritt.

Bei Gewalt, Mobbing oder einer bedrohlichen Situation geht es zuerst um Sicherheit und passende Unterstützung. Ein innerer Perspektivwechsel ersetzt keine Hilfe und keine notwendigen Veränderungen im Außen.

Wenn Eigenverantwortung zusätzlichen Druck erzeugt

Manchmal erkennst du eine Möglichkeit und merkst zugleich: Dafür fehlen mir gerade Zeit und Kraft. Dann kann die Frage nach dem nächsten Schritt zur Pause, zur Unterstützung oder zu einem späteren Zeitpunkt führen. Du brauchst nicht jede erkannte Möglichkeit sofort umzusetzen.

Selbstvorwürfe machen die Übung nicht hilfreicher. Wenn du dich nach ihr strenger beurteilst als vorher, prüfe, ob dein neuer Satz zu viel verlangt. „Ich darf heute bei einer kleinen Lösung bleiben“ kann für diese Situation angemessener sein.

Bei starker oder anhaltender psychischer Belastung, die deinen Alltag deutlich beeinträchtigt, ist fachliche Unterstützung sinnvoll, etwa über eine hausärztliche oder psychotherapeutische Anlaufstelle. Die Fragen hier dienen der allgemeinen Reflexion und ersetzen keine individuelle Behandlung.

Tee oder Blaumann

Zwei Menschen im Gespräch als Illustration für verständnisvolles Zuhören

Wenn jemand dir sein Herz ausschüttet, ist Feingefühl gefragt. Möchte die Person gemeinsam nach einer Lösung suchen, also gewissermaßen den Blaumann anziehen? Oder braucht sie gerade Tee und jemanden, der zuhört?

Du kannst einfach fragen: „Möchtest du, dass ich dir zuhöre, oder sollen wir gemeinsam überlegen?“ Ein „Du könntest das auch anders sehen“ kommt schnell zu früh. Traurigkeit, Frust und Erschöpfung dürfen zunächst da sein.

Wenn die Person gemeinsam nach Lösungen suchen möchte, könnt ihr den tatsächlichen Spielraum betrachten. Ihre Antwort darf auch lauten, dass sie im Moment keine Kraft dafür hat. Mitgefühl braucht keinen fertigen Lösungsvorschlag.

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Der kranke Yogi

Ein letztes, besonders anschauliches Beispiel kommt aus dem Buddhismus. Hier gibt es die Karma-Lehre, die praktisch alles Erleben unserer Verantwortung unterstellt. Auch wenn die ursächliche Handlung durchaus ein paar Leben zurückliegen darf.

Was aber, wenn ein erleuchteter Meister schwer erkrankt? Gerade in den letzten Jahren liest man das von vielen Gurus. Haben diese somit etwas falsch gemacht? Brachte das viele Yoga-Üben denn nicht die so enthusiastisch verkündete vollständige Gesundheit?

Umgekehrt wird dann ein Schuh daraus: Die Krankheit ist von der Seele gesucht und bringt dem Meister den letzten Entwicklungskick hin zur Erleuchtung. Und für beide, Schüler und Meister, ist die Welt wieder in Ordnung.

Auch wenn das ein bisschen lustig rüberkommt: Wer weiß, ob in dieser Deutung des Geschehens nicht sogar ein Fünkchen Wahrheit liegt. Denn wir können eine Gesamtsituation nie komplett überblicken und demnach nie wirklich wissen, ob ein Geschehen nun gut oder schlecht für uns ist (oder sein wird). Siehe dazu auch die Geschichte vom alten Mann und dem Pferd.

Anregung für die kommende Woche

Schreibe „Wo kann ich mitentscheiden?“ auf einen Zettel und lege ihn an eine Stelle, an der du ihn gelegentlich siehst. Wähle an einem Tag eine überschaubare Verpflichtung und prüfe deinen Gedanken dazu. Es braucht keine tägliche Erfolgskontrolle.

Beobachte anschließend: Hat sich etwas geklärt? Hast du eine eigene Begründung gefunden, eine Grenze erkannt oder Hilfe organisiert? Vielleicht bleibt dein Gefühl zunächst unverändert. Dann kannst du die Erkenntnis trotzdem ernst nehmen oder die Übung beiseitelegen.

Frage zum Weiterdenken: Welche Verpflichtung möchtest du bewusst übernehmen, und welche möchtest du neu verhandeln?

Prüfe bei einem „Ich muss“-Gedanken deinen tatsächlichen Spielraum und formuliere einen ehrlichen nächsten Schritt. Dazu dürfen auch eine Grenze, eine Pause oder eine Bitte um Unterstützung gehören.

Ergänzungen und Fragen von dir

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Wenn du eine Grenze ausdrücken möchtest: Der Beitrag über das Nein-Sagen hilft dir, eine Entscheidung in Worte zu fassen.

Leben vereinfachen im Alltag

NEIN sagen lernen – Tipps und die Geschichte von Laura

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Nein sagen ist nicht immer leicht, denn manchmal fehlt der Mut, manchmal die passende Erklärung für das Nein oder wir lassen uns schlicht überreden. Wenn dann noch der Glaubenssatz "Mach es allen recht" stark ausgeprägt ist, wird es nicht einfacher, ein "Ja, okay" in ein "Nein, im Moment nicht" zu verwandeln. Aber lese selbst über die Ursachen, die Möglichkeiten und Übungen. Lese hier auch die Geschichte von Laura, die nicht nein sagen konnte und wie sie es endlich lernte.  

Hier weiterlesen: NEIN sagen lernen – Tipps und die Geschichte von Laura

Wenn du weitere Möglichkeiten für deinen Alltag suchst: Hier findest du Anregungen zum Umgang mit Alltagsstress.

Entspannung lernen im Alltag

Alltagsstress abbauen

Alltagsstress abbauen: 15 bewährte Empfehlungen

Alltagsstress kennen viele von uns: Die endlosen To-do-Listen, berufliche Belastungen und ständige digitale Ablenkungen machen uns das Leben schwer.

Unser Artikel beleuchtet die Ursachen von Stress, zeigt Symptome auf und bietet 15 bewährte Tipps, um ihn zu reduzieren. Von Zeitmanagement über Achtsamkeit bis hin zu gesunder Ernährung – wir liefern dir praktische Werkzeuge für einen entspannten Alltag.

Erfahre, wie du dein Leben wieder in Balance bringst und die kleinen Momente des Glücks genießen kannst. Tauche ein und entdecke Wege zu mehr Gelassenheit und Wohlbefinden.

Hier weiterlesen: Alltagsstress abbauen

Wenn du eine andere Perspektive auf vorschnelle Bewertungen entdecken möchtest: Die Geschichte vom alten Mann und seinem Schicksal ist ein philosophischer Denkanstoß. Sie ist kein Beleg dafür, dass jedes belastende Ereignis einen verborgenen Nutzen hat.

Akzeptanz lernen

Geschichte: Der alte Mann und sein Schicksal

Der alte Mann und sein Schicksal

Einst lebte in einem Dorf ein alter Mann, der eigentlich sehr arm war. Er widmete sein Leben der Weisheit und hielt sich aus den rührigen Geschäften seiner Mitmenschen heraus. Doch einen Schatz besaß der Mann: Einen schneeweißen Hengst von solch schöner Gestalt, dass selbst der König ihm schon eine hohe Summe für das Tier geboten hatte. Der alte Mann hat jedoch nie verkauft. Dies sollte sein Schicksal und das seines Sohnes tiefgreifend verändern.

Hier weiterlesen: Geschichte: Der alte Mann und sein Schicksal

Quellen

  1. Webb, T. L., Miles, E. und Sheeran, P. (2012): Dealing with feeling: A meta-analysis of the effectiveness of strategies derived from the process model of emotion regulation. Psychological Bulletin, 138(4), 775–808. DOI: 10.1037/a0027600. Metaanalyse mit 306 experimentellen Vergleichen; Ergebnisse zur Emotionsregulation, kein Wirksamkeitsnachweis für die hier entwickelte Übung.
  2. Troy, A. S., Shallcross, A. J. und Mauss, I. B. (2013): A Person-by-Situation Approach to Emotion Regulation: Cognitive Reappraisal Can Either Help or Hurt, Depending on the Context. Psychological Science, 24(12), 2505–2514. DOI: 10.1177/0956797613496434. Untersuchung mit 170 Teilnehmenden; Zusammenhänge zwischen Neubewertungsfähigkeit, Kontrollierbarkeit von Belastungen und depressiven Symptomen.

Die Übung, die konstruierten Alltagsbeispiele und der Online-Helfer sind redaktionelle Anwendungen von blueprints. Sie sind kein diagnostischer Test und kein wissenschaftlich geprüftes Behandlungsprogramm.

Geschrieben von

Peter Bödeker

Peter Bödeker

Studium

Peter hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik.

Berufsleben

Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

Freizeit

Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach.

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