Moloch - vom König zum Übeltäter
Die Herkunft des Begriffs verdanken wir dem Hebräischen „מֹלֶךְ“ (mōlek), was „König“ bedeutet. In der Bibel wird Moloch als Gottheit dargestellt, der Kinderopfer dargebracht wurden, insbesondere in den Kulturen der Kanaaniter und Phönizier. Diese Praxis wurde im Alten Testament streng verurteilt, etwa in Levitikus 20:2-5, wo das Opfern von Kindern an Moloch als Gräueltat beschrieben wird.
Heute wird er oft metaphorisch verwendet, um eine alles verschlingende Macht oder Institution zu beschreiben, die individuelle Opfer fordert. Beispielsweise bezeichnete der Dichter Allen Ginsberg in seinem Gedicht "Howl" Moloch als Symbol für die zerstörerischen Kräfte der modernen Gesellschaft .
Beispiele für die heutige Verwendung von "Moloch"
- "… nach einer Woche auf dem Land fühlte sich Leipzig plötzlich wie ein Moloch an." (taz.de/Wie-die-Stadt-zum-Moloch-wurde/!5506840)
- "Doch die IDM funktioniert weiterhin nicht so, wie sie sollte - sie ist ein Moloch, der sich mit seiner hausgemachten Bürokratie selbst im Wege steht", bemängelt der Team-K-Vorsitzende. (Quelle: ageszeitung.it/2022/11/09/buerokratischer-moloch/)
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Synonyme für "Moloch"
- Ungeheuer
- Monster
- alles verschlingende Macht
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Der Moloch wurde damals wie heute mit Ängsten assoziiert. Hier findest du Beiträge zum Thema.
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Videos zu "Moloch"
Video: Moloch - Der Kinder verschlingende Gott - Mythologie der Kanaaniter
Länge: 8:58 Minuten
Noch ein kniffliges Wort gefällig?
Es wird angenommen, dass die Herkunft der Redewendung aus der Zeit stammt, als Karl V., der seit 1516 spanischer König war, 1519 auch deutscher Kaiser wurde. Das spanische Hofzeremoniell war bis dahin in Deutschland bzw. am deutschen Hof wenig bekannt und wurde zum Teil als unerhört empfunden.
Eine andere Variante der Entstehung besagt, dass sich der Ausdruck von der Tatsache ableitet, dass Spanisch als die Sprache der Intrige und Politik galt. Besonders in den Gerüchten und Flüsterkampagnen des Hoflebens wurde Spanisch verwendet, was viele dazu brachte, den Sprachgebrauch mit Undurchsichtigkeit und Rätselhaftigkeit zu verbinden.
Heutige Anwendung: Die Redewendung "Das kommt mir spanisch vor" meint, dass jemandem ein Sachverhalt unverständlich oder seltsam erscheint.
Die Spanier sagen in so einem Fall: "Das kommt mir chinesisch vor". Die Engländer hingegen haben so ihre Schwierigkeiten mit dem Griechischen und sagen: "Das kommt mir griechisch vor".
Eine Redewendung "Das kommt mir deutsch vor" kennt aber selbst Google nicht ;-)
Hier weiterlesen: Das kommt mir spanisch vor – Bedeutung, Herkunft
Anregungen zum Erweitern des eigenen Wortschatzes
Wir öffnen morgens die Augen und fangen an zu denken, zu schreiben oder zu sprechen. Wenn wir nicht gerade als Tiefseetaucher in der Nordsee arbeiten, kommunizieren wir, bis wir wieder ins Bett gehen und die Augen schließen.
Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass in unserem Kulturkreis durchschnittlich 16.000 Wörter am Tag gesprochen werden. Es macht einen Unterschied, ob ich das mit einem großen oder einem kleinen Wortschatz tue.
Ein größerer Wortschatz hat viele weitere Vorteile. Aber was können wir unternehmen, um ihn mit Freude und Spaß zu erweitern? Damit auch für dich etwas dabei ist, zeigen wir 20 verschiedene Möglichkeiten auf. Viel Spaß beim Erweitern deiner Lexik.
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